Zukünftiger Energieträger
Die Mitgliedsstaaten der EU haben zur Vermeidung der überflüssigen Produktion von Lebensmitteln unterschiedliche Methoden gesucht im Interesse dessen, dass die landwirtschaftliche Produktion – und dadurch die Bevölkerung im Lande – weiterhin in der Landwirtschaft arbeiten kann und so Einkommen und Unterstützung zu sichern. Auch sollten nur so viele Lebensmittel produziert, wie verbraucht werden.
Am 26.November 1997 hat das Europäische Komitee eine neuere Variante des sog. "Weißen Buches" (das sich mit energetischen Zielsetzungen der EU befasst) akzeptiert, mit dem Titel: „Die Energie der Zukunft: neue Energiequellen”. Das Material enthält Strategien und Aktionspläne diesbezüglich, z.B. wie könnte bis 2010 der Anteil erneuerbarer Energien der Union von momentan 6 % auf 12 % erhöht werden, innerhalb der gesamten Produktion von Strom auf 22 %.
Die Vorteile der Anwendung der neuen Energiequellen:
- Vermindert die Verunreinigungen der Umwelt ( vor allem die Emission von CO2, CH4),
- Vermindert die Einfuhr von Energieträgern des Landes (die auch in EU-Ländern durchschnittlich ca. 50 % beträgt),
- Erhöht die Anzahl der Arbeitsstellen in den Einrichtungen der produzierenden Industriezweige, bei den Anwendern und in Gebieten der Herstellung von Biomasse.
Nach dem Beitritt sind in Ungarn solche freien Bodenflächen vorhanden, auf denen weiterhin die Züchtung von verschiedenen, sog. Energiepflanzen möglich ist. So können auch nicht-landwirtschaftliche Betriebe, Energie produzieren.
Die begründenden Faktoren für die Anwendung der neuen Energiequellen sind:
- Agrarpolitik der Europäischen Union (Umgestaltung des Systems der Unterstützungen)
- Die in der Energie- und Umweltpolitik der Europäischen Union formulierten Erwartungen bezüglich der Erhöhung des Verbrauches der neuen Energiequellen
- Die Verminderung vom Anteil der Emission von Kohlendioxid um 6 %, angenommen im Rahmenabkommen für Klimaänderung in Kyoto für den Zeitraum von 2008 bis 2012
- Erfüllung der in NAKP angeführten Bedingungen
- Notwendigkeit der Entwicklung des Landes basierend auf nachhaltigen Technologien.
Das Biogas ist das einzige Behandlungsverfahren welches Abfallwasser bzw. flüssiges Düngemittel, nicht nur verwendet, sondern auch Energie produziert.
Biogas
Das Biogas ist ein anaerobisches Zerfallsprodukt der Biomasse. Es entsteht im Ergebnis biologischer Verfahren. Zur Herstellung von Biogas ist jeder organischer Stoff geeignet (mit Ausnahme der organischen Produkte der chemischen Industrie).
Bei Herstellung von Biogas sind die am meisten verwendeten Grundstoffe:
- Düngemittel mit Stroh und flüssige Düngemittel landwirtschaftlichen Ursprunges, Abfälle,
- Flüssige und feste Nebenprodukte, Abfälle, Abwasser, kommunalen Ursprungs und aus dem Bereich der Lebensmittelindustrie
- Energieträger pflanzlichen Ursprungs
Voraussetzungen zur Bildung von Biogas:
- Organischer Stoff
- Von Luft (Sauerstoff) abgeschlossene Umgebung
- Anwesenheit von methanogenen Bakterien
- Ständige, ausgewogene Temperatur
- Kontinuierliches Vermischen
- Entsprechend zerkleinerte organische Stoffe
Im Laufe der Bildung von Biogas zerfallen die organischen Verbindungen zu einfacheren Verbindungen (saurer Zerfall). Anschließend bauen sie sich in ihre Bestandteile (methanogener Zerfall) ab.
Das Biogas enthält ungefähr 60-70 % Methan, und 30-40 % Kohlendioxid.
Der Heizwert von 1 m³ Biogas beträgt 22-23 MJ, was dem Heizwert von 0,66 m³ Erdgas, 0,61 l Heizöl oder der elektrischen Energie von 6,1 kWh entspricht.
Die aus dem organischen Stoff gewinnbare Menge von Methan, hängt in sehr großem Maße von der Zusammensetzung des organischen Ausgangsstoffes, dem Inhalt, dem technologischen Niveau der Fermentationsanlage und von der angewandten Technologie (Temperatur, Zerkleinerung usw.) ab.
Das organische Ausgangsmaterial kann in der Praxis nur zu ca. 50 % abgebaut werden. Die anderen Bestandteile bleiben in den dünnflüssigen, bzw. festen Kompostphasen zurück. Der Degradations-Wirkungsgrad der organischen Stoffe, hängt noch von den komplexen Abbauparametern der organischen Stoffe in sehr abwechslungsreichen (bakteriellen) Qualitäten ab. Der biologische Degradations-Wirkungsgrad kann sogar um 40 % erhöht werden, in Abhängigkeit von der Zusammensetzung der gemischten organischen Ausgangsabfälle. Die Produktionskapazität der Biogasanlagen landwirtschaftlichen Charakters, wird üblicherweise nach den größeren Tieren bestimmt. Aus täglicher Mistmenge eines großen Tieres (ein Tier mit lebendem Körpergewicht von 500 kg) kann Energie produziert werden, die einer Höhe von 0,8 kg Heizöl entspricht.
Die spezifische Produktion von Biogas aus organischen Abfällen kommunalen Ursprungs, wird bezogen auf einen Einwohner oder Trockensubstanz angegeben. Es ist auch üblich die Produktion für den Gärungsraum, auf Fassungsvermögen der Fermentationsanlage anzugeben. Im Allgemeinen auf 1 m³ Gärungsrauminhalt täglich mit der Produktion von 1 m³ Biogasproduktion gerechnet.
Die Benutzung von Biogas stimmt mit den Möglichkeiten der Verwendung des Erdgases aus Leitungssystem oder des PB-Gases überein. Die hauptsächlichen Bereiche sind: die Haushaltsheizung, das Kochen, Herstellung von Warmwasser, sowie im Falle der Tätigkeit in der Landwirtschaft die Energieversorgung und der Verbrauch in Kühlanlagen, bei fix eingebauten Maschinen.